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Letzte Aktualisierung am 6. Juli 2010

Radtour der Alten Herren – Bericht über ein katastrophales Wochenende

Es hätte alles so schön sein können, …

Der Reihe nach:

  • Die Bundesbahn sieht sich nicht in der Lage, die Bahnfahrt von Katlenburg nach Bodenfelde im Vorfeld zu buchen.
  • Ebenfalls nicht buchbar bzw. reservierbar sind Plätze für die Fahrräder.
  • Der eingeplante TSC-Bus steht nicht zur Verfügung, da ihn die D-Jugend kurzerhand requiriert. Ihr hatte das Busunternehmen unvermittelt abgesagt, wodurch deren geplante Abschlussfahrt auf der Kippe stand.
  • Der mit großen Erwartungen angekündigte und bei der letztjährigen Kanutour bewährte Dozent für das Seminar in Höxter sagt am Freitag ab.
  • Bei der Abfahrt am Samstagmorgen scheint die Sonne aus allen Knopflöchern, was sich bis Sonntagabend nicht ändern wird. Die von Arnd aufgrund der sonst üblichen Großwetterlage und Klimaänderung für die Teilnehmer angeordnete wetterfeste Bekleidung mit Regenjacke und Himalaya-Überlebenspaketist nutzlos und nimmt unnötigen Platz weg.
  • Der Fahrkartenautomat am Bahnhof Katlenburg braucht 15 Minuten, um 12 Fahrscheine auszudrucken. Die Zeit bis zur Abfahrt wird knapp.
  • Ein Kontrolleur der DB stellt fest, dass Dörfler unterwegs sind, die die Fahrscheine vor Antritt der Fahrt nicht entwertet haben, und fordert 12 x 40,EUR wegen Schwarzfahrens.
  • Bei der Frühstückspause an der Fähre Wahmbeck kommt es zu einem der berüchtigten Tobsuchtsanfälle des 1. Vorsitzenden. Grund: eine Minderheit von Teilnehmern hatte sich mit ihrer Meinung durchgesetzt, dass alkoholische Getränke für unterwegs überflüssig seien. Daher wird lediglich Wasser und alkoholfreies Bier mitgeführt. Als Folge gibt es Verdauungsprobleme, da das notwendige Enzym zur Aufbereitung fetthaltiger Speisen fehlt (Matthias hat hausgemachte Mettwurst organisiert). Unmut ruft auch hervor, dass bei einer Männertour teilweise Mettwurst ohne Knoblauch gereicht wird.
  • Die kilometerlange Schotterstrecke vor Bad Karlshafen mit einer 25%-Steigung fordert ihren Tribut. Ingo hat seinen Gepäckträger mit zwei T-Shirts und einem Unterhemd zum Wechseln deutlichst überladen und muss einen Bruch des Gepäckträgers hinnehmen. Sein Schwiegervater in spe opfert sich auf, übernimmt das defekte Teil und muss seinerseits, vermutlich aufgrund des enormen Zusatzgewichts, das Platzen eines Fahrradschlauches verschmerzen. Außerdem bricht bei Matthias eine Pedale aufgrund Materialermüdung. Das führt zum ersten Einsatz des Servicewagens, der in Beverungen eine Luxus-Alu-Pedale als Ersatz besorgt.
  • Nach einem Zwischenstop beim Bootshaus des WSV Beverungen folgt die Mittagspause in der Gaststätte „Fährklause“ in Wehrden.
  • Leider wurde übersehen, dass die Ortschaft aufgrund einer 1150-Jahrfeier für Kraftfahrzeuge gesperrt ist. Das Begleitfahrzeug muss daher Kilometer vor dem Treffpunkt abgestellt werden und der Fahrer sich zu Fuß
    durchschlagen.
  • Die reservierten Tische stehen in der prallen Sonne. Mehrere Teilnehmer ziehen es daher vor, sich in den Schatten zu setzen, was ein Fehler sein wird. Die im Vorfeld in den Himmel gelobte Erbsensuppe mit Würstchen gibt es nur am reservierten Platz, Nachfragen am anderen Tisch werden barsch abgeschmettert.
  • Apropos „barsch“: Rotbarsch ist ein Salzwasserfisch, daher gehen Reza und Jürgen davon aus, dass sie ihn in einer Gaststätte an der stark salzhaltigen Weser fangfrisch bekommen. Da irren sie. Das kredenzte Rotbarschfilet ist offensichtlich von Käpt´n Iglo und noch nicht vollständig aufgetaut.
  • Bei der Anfahrt zur Jugendherberge Höxter bekommt Reza auf dem zwei Kilometer langen Anstieg einen Hungerast (siehe Rotbarsch) und fällt entkräftet vom Rad.
  • Der Herbergsvater erweist sich als ein Lichtblick: Er stellt unaufgefordert eine Kiste kaltes Bier zu Verfügung.
  • Das Abendbrot wird zum Fiasko.
    Ulf, auch genannt “die Schaufel”, nach eigenen Angaben unter Appetitlosigkeit leidend, stellt seine Fähigkeiten unter Beweis. Mit zwei geübten Gabelbewegungen transportiert er vor den neidischen Augen seiner hungrigen Mitfahrer die letzten 35 Scheiben Bierschinken und Salami auf seinen Teller. Das soll noch schlimme Folgen haben, da nunmehr keine ausreichende Grundlage mehr für alle vorhanden ist.
  • Außerdem wirft er mutwillig (Rezas Warnungen werden von ihm geflissentlich überhört) die letzte Flasche Bier auf den Fußboden. Wieder ist Hartwig der Leidtragende, mangels Alternativen muss er zum Pfefferminztee greifen, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen – eine Anzeige wegen Körperverletzung steht noch im Raum.
  • Da die Erlebnisjugendherberge nicht das richtige Ambiente für Alte Herren hat, wird kurzentschlossen die Altstadt von Höxter aufgesucht. Dank einer guten Nase in Verbindung mit dem Instinkt des Biertrinkers wird bereits nach einem zweistündigen Fußmarsch ein wirklich schöner Biergarten gefunden, das bronzene Wanderabzeichen ist uns sicher!
  • Ulf, mittlerweile durch die Unmengen an Salami ein wenig durstig geworden und unzufrieden mit dem seiner Meinung nach schleppenden Biernachschub, stachelt die Bedienung durch die wohldurchdachte Frage „Haben Sie Kurzarbeit angemeldet?“ zu Höchstleistungen an. Das wiederum reißt zum einen ein gewaltiges Loch in die AH-Kasse, zum anderen (siehe „Grundlage“) führt es zu diversen Ausfallerscheinungen, aber auch zur Behebung der bei Ulf (nach seinen Angaben) diagnostizierten Schlafstörung.
  • Der Besuch der Toilette ruft bei den Dorfbewohnern Stirnrunzeln und Ratlosigkeit hervor: was zum Teufel ist eine „Travel Pussy“, die dort zum Kauf in einem Automaten angeboten wird? (Hier ein Internetlink zur Erklärung: http://www.youtube.com/watch?v=nfVymtSTMoY)
  • Der Rückweg zur Herberge bringt Arnd, Ulf und Forelli das goldene Bergwanderabzeichen, den anderen Schwindelanfälle aufgrund eines leichtsinnig durch Jürgen angefachten Taxenwettrennens.
  • Schreck dann in den Morgenstunden auf der Herrentoilette der Waschlappen-Gruppe: sie ist durch eine Messdienerin besetzt, die aber weder messen noch dienen will.
  • Nach einem wirklich ausreichendem Frühstück, Ulf hatte noch keinen Hunger, beginnt gegen 9 Uhr die Rücktour.
  • Hierbei kommt es zu Verzögerungen durch die Igel-Gruppe (Schlachtruf: „die Igels“), die bei allen geplanten und ungeplanten Versorgungsstationen den Körpervorrat an König-Ludwig-Dunkel auffüllen, und dadurch zu einem verspäteten Ankommen Einiger an der Gierseilfähre in Wahmbeck.
  • Die Rückkehr nach Dorste ist dennoch so rechtzeitig, dass wir noch drei Gegentore der 1. Herren gegen Pöhlde sehen müssen.

    Trotz oder vielleicht wegen der geschilderten „Kataströphchen“, war es eine tolle Fahrt, bei der alle sehr viel Spaß hatten und eine Wiederholung wünschen!

Der Dank aller geht an Holger Washausen, der kurzfristig sein Auto und den Anhänger des Schwagers zur Verfügung stellte, und an Arnd Wedemeyer, der diese Veranstaltung super organisiert und vorbereitet hatte!

Arnd, wir plädieren auf Wiederwahl!!

Für die Waschbären-, Siebenschäfer- und Igelgruppe

Autor

Text und Bilder von Andreas Nackunstz